Zu viel Ich, zu wenig Wir? Wie Gesellschaft auseinanderdriftet
7.09, um 18:00 - 20:00
Kostenlos
Gerade in Wahlmonaten werden Fragmentierung und Spaltung der Gesellschaft besonders deutlich. Oft begleitet von der Frage: Wie sollen wir nach dem Urnengang wieder miteinander ins Gespräch kommen?
Demokratie braucht Gemeinschaft. Sie braucht Orte, privat wie öffentlich, an denen Menschen mit ihren verschiedenen Einstellungen und Lebensformen aufeinandertreffen. Doch gerade diese gemeinschaftlichen Orte verschwinden real oder aus dem Bewusstsein – Nachbarschaften, Vereine, Kirche, Kulturorte.
In unserer digitalisierten Gesellschaft ist es einfach geworden, sich nur noch mit Gleichgesinnten zu umgeben, sei es im Netz oder im Alltag. In der eigenen Blase wird bequem bestätigt, was man sowieso schon zu wissen glaubte, und jede Abweichung davon wird ohne echte Auseinandersetzung als falsch abgetan.
Inmitten der aufgeheizten Stimmung fragen wir uns: Woher kommt dieses kommunikative Versagen? Verlieren wir unseren Gemeinschaftssinn? Denn nichts bringt Menschen mehr dazu, respektvoll miteinander umzugehen und einander zuzuhören, als geteilte Erfahrungen. Deshalb wollen wir miteinander diskutieren, was unsere Gesellschaft spaltet. Erleben wir zu viel Ich und zu wenig Wir?
Es diskutieren die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout, geboren in Gera, die politische Soziologin Céline Teney, geboren in Belgien, und die politische Beraterin und Autorin Nora Zabel. Moderiert von Sibylle Anderl (DIE ZEIT) und Kathrin Kühn (Deutschlandfunk).
Im Anschluss gibt es bei einem Empfang im Foyer die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit den Podiumsgästen.
Über das ZEIT Forum Wissenschaft
Das ZEIT Forum Wissenschaft ist eine Kooperation der Wochenzeitung DIE ZEIT und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS mit dem Deutschlandfunk, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und dem Humboldt Forum. Die Veranstaltungsreihe bringt viermal jährlich herausragende Expert*innen mit einem interessierten Publikum zusammen. Live vor Ort und im Radioprogramm des Deutschlandfunks werden Themen aus allen Bereichen der Wissenschaft erörtert und intensiv diskutiert.
Auf dem Podium
Céline Teney ist Professorin für Makrosoziologie an der Freien Universität Berlin. Sie hat an der Université Libre de Bruxelles, Belgien, promoviert. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der politischen Soziologie und Soziologie der Migration.
Nora Zabel wurde 1996 in Hagenow, Mecklenburg-Vorpommern, geboren. Sie trat als 15-Jährige in die CDU ein und engagierte sich im Wahlkampf für Angela Merkel. 2025 machte sie in Heidelberg ihren Master in Politikwissenschaften. Sie war als Campaignerin in der Parteizentrale der CDU tätig und arbeitete zuletzt für die CDU-Politikerin und Staatsministerin im Auswärtigen Amt Serap Güler. Heute ist sie als politische Beraterin tätig. 2025 erschien ihr Buch „Vereint in Zerrissenheit – Die ostdeutsche Generation Z zwischen zwei Welten“ im Verlag Droemer Knaur.
Sibylle Anderl leitet das Ressort Wissenschaft der ZEIT. Sie studierte Physik und Philosophie in Berlin und wurde dann in Bonn im Fach Astrophysik promoviert. Danach forschte sie zunächst einige Jahre in Grenoble zum Thema Sternentstehung, bevor sie 2017 als Redakteurin ins Feuilleton der „FAZ“ wechselte. 2021 wurde sie dort in die Leitung des Wissenschaftsressorts berufen, 2024 wechselte sie zur ZEIT nach Hamburg. Sibylle Anderl ist Herausgeberin der Kulturzeitschrift „Kursbuch“ und Autorin verschiedener Sachbücher. Für ihre publizistischen Leistungen wurde sie mehrfach ausgezeichnet.
Kathrin Kühn ist Redakteurin und Moderatorin in der Deutschlandfunk Wissenschaftsredaktion. Sie ist dort für die Gesellschaftswissenschaften zuständig und verantwortet den Podcast „Systemfragen“. Kathrin Kühn hat am Dortmunder Institut für Journalistik zu Relevanzentscheidungen und Formatentwicklung fürs Podcasting promoviert und parallel in einem EU-Forschungsprojekt zu Europäischer Öffentlichkeit gearbeitet. Vor dem Deutschlandfunk war die Diplom-Journalistin mehr als 15 Jahre lang Nachrichtenjournalistin und später crossmediale Chefin vom Dienst im WDR. Aufgewachsen als Nichtakademiker-Kind in Ostwestfalen und im Ruhrgebiet gibt sie Workshops für Volontärinnen und Volontäre zu Perspektivenvielfalt und der Bedeutung der eigenen Sozialisation für die journalistische Arbeit.
Weitere Informationen: kostenfrei – Ticket erforderlich. Einlass ab 17:30 Uhr, pünktlicher Beginn um 18:00 Uhr. Dauer: 120 min. Ab 16 Jahre. Sprache: Deutsch. Ort: Saal 1, EG. Teil von: ZEIT Forum Wissenschaft
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