GEREIZTHEITEN – Gabriele Tergits Berliner Gerichtsreportagen von 1924 bsi 1933
11.09, um 19:30 - 21:30
27,50€
„Aber keine Zeitung meldet mehr so etwas, keine Polizei gibt es als Nachricht weiter – es ist der Bürgerkrieg als Gewohnheit.“
Schillernde Nachtgestalten, der schnöde §218, zwingender Gattenmord, ernüchternde Emigrantenschicksale und Wohnungsnot – kurz: die allgemeine große Hilflosigkeit der Jahre 1924 bis 1933 wird am Berliner Gericht verhandelt. Greifbar ist aber auch der Siegeszug der „völkischen Idyllen“, sprich die Infiltrierung der Justiz durch die Nationalsozialisten.
Mitten im Gerichtssaal sitzt die aus Berlin stammende jüdische Journalistin und Schriftstellerin Gabriele Tergit, beobachtet und berichtet. Und die ganze Stadt verfolgt gespannt ihre luziden „Skizzen aus den Gerichtssälen“ im Berliner Tagblatt oder Die Weltbühne.
Flankiert von Gitarrenmusik und filmischen Alltagsszenen der Weimarer Republik entführen uns die Tragödien um Reinheit, Klatsch und Schutzlosigkeit in eine Zeit, die so fern vielleicht gar nicht ist.
Eine konzertant-filmische Lesung.
„Das war ein großartiger, sehr sehr gelungener Tergit-Abend! Großartig gelesen, mit allen Untertönen und Sinn-Falltüren und sehr schön und klug inszeniert. Ich war begeistert und werde überall davon erzählen.“ (Nicole Henneberg, Herausgeberin von Gabriele Tergits Werken)
Mit: Melanie Schmidli (Lesung, Gesang), Martino Dessi (Gitarre)
Textfassung, Regie: Melanie Schmidli
Musikalische Leitung: Martino Dessi
Visuals und Foto: Gerald Koll
Kostümbild: Tatjana Hajdukova
Bühnenbild Mitarbeit: Klara Rentsch





