Interview: Tamaja
Tamaja beherbergt und betreut Menschen, berät, unterstützt und begleitet sie. Das Berliner Sozialunternehmen fördert Begegnungen und schafft Räume, in denen Menschen Orientierung, Sicherheit und Gemeinschaft erfahren können.
Tamaja hat im Frühjahr 2026 ein Pilot-Projekt gestartet und möchte in den sechs eigen betriebenen Gemeinschaftsunterkünften Demokratie Pässe einführen. Ziel ist es, die Bewohnenden mit Demokratie vertraut zu machen und ihnen zu zeigen, wie sie mitreden, mitmachen und teilhaben können.

Wir konnten mit dem Tamaja Ehrenamts-Koordinations-Team und zwei Bewohnenden der Gemeinschaftsunterkunft Soorstraße über ihre ersten Erfahrungen mit dem Demokratie Pass sprechen:
Team Demokratietag: Könnt ihr uns etwas über den Demokratie Pass erzählen?
Tamaja: Bei unserem Demokratie Pass gibt es drei verschiedene Varianten. Den Tamaja Pass – bei dem Stationen in der Unterkunft absolviert werden können, den Demokratie Pass für Erlebnisse und Begegnungen außerhalb der Unterkunft: in der Nachbarschaft und der Stadt, sowie den Kinder Pass für die Kleinsten.
Team Demokratietag: Welche Stationen und Aktivitäten gibt es im Rahmen des Projekts?
Tamaja: Aktivitäten für den Tamaja Pass beinhalten unter anderem die Teilnahme am Job-coaching, am Frauenfrühstück, die Mitgestaltung des Gemeinschaftsraums oder die Organisation eines Picknicks. Beim Demokratie Pass gibt es Möglichkeiten wie den Besuch einer Bibliothek oder eines Sprachcafés, die Teilnahme an Festen oder dem Ehrentag oder der Besuch in einer anderen Unterkunft. Insgesamt sind alle Stationen freiwillig und können auch individuell gestaltet werden. Die Bewohnenden sollen nur das machen, worauf sie Lust haben, und können auch eigene Ideen einbringen.
Auf jedem Pass können sechs Stempel gesammelt werden. Sind diese absolviert, gibt es einen Preis. Die Preise reichen von Supermarkt- und Kinogutscheinen bis zu Geschenken mit Bildungsauftrag für die Kinder u. a. Bücher. Dabei sind die Kooperationspartner sehr wichtig; sie machen das Projekt durch ihre Aktivitäten für den Pass, aber auch durch die Bereitstellung von Preisen erst möglich.
Team Demokratietag: Wie ist euer Zwischenfazit vom Projekt Demokratie Pass, seid ihr zufrieden?
Tamaja: Bei unserem Onboarding hatten wir 15 Teilnehmende. Natürlich hätten wir uns über ein paar mehr gefreut, aber wir hatten sehr berührende und tiefgründige Gespräche rund um das Thema Demokratie. Wir freuen uns, in den nächsten Monaten den Demokratie Pass in weiteren Unterkünften einzuführen und laufend zu evaluieren.
Interview mit Milad und Aischa zum Demokratie-Pass
Team Demokratietag: Hast du schon mal vom Demokratie-Pass hier gehört? Oder mitgemacht?
Milad: Ja, ich war in diesem Projekt und ich bin in diesem Projekt. Wir haben gelernt, wie Demokratie in Deutschland funktioniert. Und ich habe auch gelernt, dass Demokratie bedeutet wir dürfen fragen und wir können mitmachen.
Mit der Hilfe von Christina, der Sozialmitarbeiterin hier, konnte ich einen Kontakt mit „youngcaritas Berlin“ finden. Nun bin ich seit zwei Jahren bei „youngcaritas Berlin“ und wir machen auch ein paar Sachen ehrenamtlich. Es sind Sachen wie zusammen essen oder zusammen Sport treiben. Solche Sachen, die einfach gut für die jungen Leute in Berlin sind. Wir wollen, dass niemand in Berlin sich alleine fühlt, wir wollen zusammen reden und quatschen.
Aischa: Genau, es gab dieses Projekt vor ein paar Wochen. Ich glaube vor zwei oder drei Wochen und ich habe auch teilgenommen. Sie haben erklärt, wie dieser Demokratie-Pass funktioniert und was wir machen sollen.
Ich bedanke mich, es ist sehr schön, dass Menschen wie Sie hierherkommen und mit Menschen mit Migrationshintergrund sprechen. Das ist auch sehr wichtig für uns, dass wir zum Beispiel die deutsche Kultur kennenlernen. Aber ich glaube, dass es auch wichtig ist für deutsche Menschen oder für die Menschen die seit langer Zeit in Deutschland wohnen auch die Menschen mit Migrationshintergrund kennenlernen. Weil wir am Ende zusammenleben. Wir brauchen einander.
Für den Sommer plant Tamaja dezentrale Demokratie-/Nachbarschaftsfeste in den Unterkünften. Alle sind herzlich willkommen:
27. August in Lichtenrade
2. September in Neukölln
9. September im Westend
17. September in der Karl-Marx-Straße
Weitere Termine folgen
Wir beenden das Interview mit dem Motto, welches auch auf den Vesten von Tamaja steht „Alle. Jetzt und Immer“.
Weitere Informationen zu Tamaja
Welches Projekt oder welche Person, die sich für Demokratie in Berlin engagiert, sollen wir als nächstes vorstellen?
Schickt uns eure Anregungen an info@demokratietag.berlin.








