Verwaltung, die nicht nur erreichbar ist, sondern aktiv auf Menschen zugeht: Im Gespräch mit dem Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg geht es um das mobile Kiezbürgeramt – ein Ansatz, der Verwaltung und Partizipation neu denkt. Statt auf den Besuch im Amt zu warten, kommt das Angebot direkt in den Kiez: auf Straßenfeste, Veranstaltungen oder an den Arbeitsplatz. So entsteht Raum für Austausch, Information und Beteiligung – niedrigschwellig und nah am Alltag. Mehr erfährst du in unserem Interview!
Team Demokratietag: Wie kam es zu der Idee des Mobilen Bürgeramt?
Kiezbürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg: Die Idee zum mobilen Bürgeramt ist gar nicht so neu. Neu ist der Umgang mit den mobilen Koffern! Während früher immer feste Räume des Bezirksamts aufgesucht wurden, um zusätzliche Termine in Gegenden des Bezirks anzubieten, die kein Bürgeramt haben, gehen wir jetzt offensiv auf die Bürger*innen der Stadt zu und suchen proaktiv den Kontakt. Wir holen die Menschen dort ab, wo sie sind. Auf Straßenfesten, bei ihren Arbeitgebern und auf Veranstaltungen. Ideengeber war das Kiezlabor des CityLab Berlin (https://kiezlabor.de/), die uns mit einer Einladung als dortiger Veranstaltungspunkt auf die Idee gebracht haben, diesen Weg zu den Menschen zu gehen. Daher nennen wir uns auch Kiezbürgeramt.
Team Demokratietag: Welcher Zusammenhang besteht zwischen Partizipation und Demokratie?
Kiezbürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg: Partizipation und Demokratie sind untrennbar verbunden, da bürgerschaftliches Engagement ein zentrales Element darstellt, das politische Entscheidungen legitimiert und die Gesellschaft stärkt. Teilhabe reicht von Wahlen bis zu Bürgerbeteiligungsverfahren, die eine repräsentative Demokratie konstruktiv ergänzen und das demokratische Bewusstsein fördern. Sie verwandelt Demokratie von einer reinen Regierungsform in eine lebendige Mitmachkultur. Mit unserem Kiezbürgeramt kommen wir dort, wo die Menschen sind, in Diskussionen und können auch über Projekte des Bezirks berichten. Es ist nicht nur das reine Bearbeiten von Dienstleistungen. Eine wichtige Aufgabe ist es, Menschen dafür zu begeistern sich für ihre Stadt zu interessieren und sich zu beteiligen. Im Sommer wird es unter anderem auch Termin für Menschen ohne festen Wohnsitz geben, damit sie sich in das Wahlregister für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus eintragen können und damit wählen können. Außerdem wird über Volks- und Bürgerbegehren informiert.
Team Demokratietag: Welche Gruppen werden hier erreicht? Wie wird das mobile Bürgeramt angenommen?
Kiezbürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg: Es werden alle Bevölkerungsschichten der Stadt Berlin erreicht. Das Kiezbürgeramt wird sehr gut angenommen. Die Berliner*innen schätzen den sehr niedrigschwelligen Zugang zur Berliner Verwaltung.
Team Demokratietag: Wird durch das mobile Bürgeramt die Partizipation an der Nachbarschaft und der Demokratie erhöht?
Kiezbürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg: Auf jeden Fall. Das Kiezbürgeramt baut Hemmungen ab, an die Verwaltung heranzutreten, da die Verwaltung da ist, wo die Menschen wohnen, arbeiten und leben! Damit steigt automatisch die Partizipation an Projekten und Vorhaben in ihren Bezirken.
Team Demokratietag: Wie kann man das Mobile Bürgeramt unterstützen und wie sieht eure Zukunft aus?
Kiezbürgeramt Friedrichshain-Kreuzberg: Wir wünschen uns mehr Einladungen zu Veranstaltungen, wie dem Demokratietag. Hier können wir für unsere Idee werben und Ideen aufnehmen. Die Zukunft wird immer aus einem Mix an Veranstaltungen sein, bei denen wir Dienstleistungen niedrigschwellig vor Ort anbieten und aus der Aufnahme von Ideen zu Gestaltung unserer Stadt. Wir wollen die Menschen vor Ort beteiligen und das Eingangstor zur Berliner Verwaltung und zum Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg sein.
Weitere Informationen zum mobilen Bürgeramt
Welches Projekt oder welche Person, die sich für Demokratie in Berlin engagiert, sollen wir als nächstes vorstellen?
Schickt uns eure Anregungen an info@demokratietag.berlin.







